Jahr 2012

Was Abraham Lincoln Francois Hollande zu sagen hat

Montag 14. Mai 2012

„Ich mag die Reichen nicht“ – so hat der neue französische Präsident Hollande wörtlich erklärt. Die geplante Einführung der 75%igen Einkommensteuer für Einkommensmillionäre ist Ausdruck dieser Antipathie, die Hollande mit vielen anderen Politikern teilt. Zu dieser Steuer hinzu kommen in Frankreich noch die Vermögenssteuer, die Wohnungssteuer und Grundeigentumssteuer sowie andere Steuerarten. Angesichts dieser Pläne ist mir folgende Erklärung von Abraham Lincoln eingefallen, der von 1861 bis 1865 Präsident der USA war. Die Sätze klingen so, als seien sie nicht vor 150 Jahren, sondern gerade gestern geschrieben worden: „Ihr werdet die Schwachen nicht stärken, indem ihr die Starken schwächt Ihr werdet den Arbeitern nicht helfen Indem ihr die ruiniert, die sie...

Euro-Rettung – ein Scherbenhaufen

Montag 7. Mai 2012

Ich würde mich sehr wundern, wenn heute nicht der Euro massiv unter Druck geriete. Denn die sogenannte Euro-Rettung steht vor einem Desaster: Da hat man mit Aber-Milliarden Griechenland gerettet – und zum „Dank“ wählen die Griechen zu einem großen Teil extremistische Parteien. Die Linksextremisten sind sogar zweitstärkste Partei in Griechenland geworden. Und einig sind sich die meisten Griechen darin: Weiter gespart werden soll auf gar keinen Fall. Für diese Ansicht finden sie auch außerhalb Griechenlands immer mehr Sympathien, so auch in Frankreich, wo der der Sozialist Hollande bereits angekündigt hat, dass es ein „Weiter so“ mit der „Sparpolitik“ nicht geben wird. Statt dessen sieht er das Heil in guter sozialistischer Tradition in massiven staatlichen Investitio...

Axel Springer zum 100.Geburtstag

Montag 30. April 2012

Der Verleger Axel Springer wäre am 2.Mai 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass nachfolgend eine gekürzte Fassung aus dem Buch von Dr.Rainer Zitelmann: „Setze dir größere Ziele!“ (www.ambition-verlag.de) Im Januar 1977, als sich die meisten Deutschen mit der Teilung ihres Landes abgefunden hatten, prophezeite der Verleger Axel Springer: „Wenn wir nur wollen, wenn wir alles wagen, dann ist die Freiheit kein Märchen. In Deutschland nicht. In Polen nicht. In Ungarn, Rumänien, der Tschechoslowakei und den baltischen Staaten nicht. Und nicht in Russland.“ Im gleichen Jahr sagte er voraus: „Jenes von Marx entworfene Denkgebäude ist in toto … am Zusammenstürzen.“ Axel Springer war fest davon überzeugt, dass eines Tages der Kommunismus zusammenbrechen und Berlin u...

Die Krise ist nicht vorbei

Montag 23. April 2012

Seit Beginn der Finanzkrise gibt es immer wieder Phasen, wo man den Eindruck hat: Die Krise ist vorbei. Das Schlimmste ist überstanden. Insbesondere in Deutschland ist ja von einer Krise nichts zu spüren. Im Gegenteil: Die Wirtschaft brummt, die Arbeitslosenzahlen gehen zurück – und auch die Inflationsraten sind nur leicht erhöht, aber durchaus moderat. Doch der Schein trügt. Denn es ist noch längst nicht ausgemacht, wie es mit Spanien und Italien weitergehen wird. In wenigen Wochen stieg die Rendite zehnjähriger Spanien-Anleihen von unter fünf auf über sechs Prozent. Auch Italien-Bonds legten in wenigen Wochen um etwa 100 Basispunkte auf 5,6 Prozent zu. Dabei täuschen diese Zahlen. Denn die Marktmechanismen sind durch den Kauf von Staatsanleihen durch die EZB und durch einh...

Konsequent aufs falsche Pferd gesetzt

Montag 2. April 2012

Schaut man sich die Portfolien offener und geschlossener Immobilenfonds, aber auch von vielen institutionellen Investoren in Deutschland an, dann verhält sich die Asset-Allokation ziemlich genau spiegelbildlich zur Performance: -       Mit großem Abstand dominieren in den Portfolios offener und geschlossener Immobilienfonds Büroobjekte (im vergangenen Jahr bei geschlossenen Fonds 56%, in den Vorjahren teilweise bis zu 70%; bei offenen Fonds in der Regel etwa 60 – 70%, aktuell 63,8%). Genau dies ist die Assetklasse, die laut IPD in Deutschland seit zehn Jahren die mit Abstand geringste Performance bringt, nämlich einen Total Return von nur 2,1%. Berücksichtigt man, dass davon noch Steuern abgehen und dass die Inflationsrate in den vergangenen zehn Jahren im Schnitt bei 1,6 P...

Abschaffung der Spekulationsfrist – Warnschuss aus Österreich

Montag 26. März 2012

Österreich will ab dem 1. April 2012 die zehnjährige Spekulationsfrist für Immobilien abschaffen. Bislang gilt in Österreich – ebenso wie in Deutschland – die Regelung, dass im Privatbesitz gehaltene Immobilien nach Ablauf einer Haltefrist von zehn Jahren steuerfrei verkauft werden können. Damit soll nun in unserem Nachbarland Schluss sein. Künftig sollen, unabhängig von Haltefristen, alle Immobilienverkäufe mit einem Steuersatz von 25 Prozent besteuert werden. Nach Ablauf von 10 Jahren wird der Steuersatz jährlich um 2,5 Prozentpunkte reduziert. Die Übergangsregelung sieht wie folgt aus: Bei Immobilien, die bereits aus der Steuerverstrickung herausgefallen waren (die also vor dem 1.April 2002 angeschafft wurden) wird ein Steuersatz von 3,5% (bezogen auf den Veräußerungs...

Sachwerte oder Anleihen?

Montag 19. März 2012

Natürlich gibt es Unterschiede in den Anlagezielen zwischen vermögenden Privatpersonen und Institutionellen. Aber diese Unterschiede sind nicht so groß, dass sie die extremen Unterschiede in der Asset-Allokation erklären könnten. Die Immobilienquote bei Versicherungen und anderen Institutionellen dümpelt seit Jahren um die 5 Prozent, bei Family Offices liegt sie laut der oben zitierten Famos-Umfrage sieben Mal (!!!) höher. Auch die Aktienquote liegt beispielsweise bei Versicherungen zwischen 3 und 5 Prozent, bei Family-Offices beträgt sie 18 Prozent. Dafür ist der Anleihe-Anteil im Portfolio der Institutionellen wesentlich höher. Es können nicht beide recht haben – Family Offices und institutionelle Investoren. In der Vergangenheit ist man mit Anleihen gut gefahren, weil...

Der Staat als Finanzanlagen-Besserwisser?

Montag 12. März 2012

Künftig soll die „Stiftung Warentest“ nach dem Willen der Bundesregierung sukzessive zu einem „Finanz-TÜV“ ausgebaut werden. Als ersten Schritt bekommt die Stiftung nunmehr 1,5 Millionen Euro, um Finanzprodukte künftig noch besser unter die Lupe zu nehmen. Verbraucherschützer kritisieren, dieser Betrag sei viel zu gering. In der Tat kann man die Frage stellen, wie denn mit 1,5 Mio. Euro zusätzlichem Geld das von der Verbraucherschutzministerin Aigner proklamierte Ziel umgesetzt werden soll, die Vergleichbarkeit von Finanzprodukten zu gewährleisten und die Aussagen der Anbieter über Geldanlagen sowie die Qualität von Finanzprodukten zu prüfen. Die Maßnahme reiht sich ein in die anderen hilflosen Aktionen der Politik, mit denen sie behauptet, „Konsequenzen aus der F...

Gauck im antikapitalistischen Gesinnungstest

Donnerstag 23. Februar 2012

Kaum wurde Joachim Gauck zum Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten gekürt, ging ein Aufschrei durch die Republik: Der Chef der Jusos ebenso wie Grünen-Linksaußen Christian Ströbele, Gregor Gysi oder CDU/Attac-Aktivist Heiner Geißler warfen ihm vor, ihm mangele es an „sozialer Gerechtigkeit“. Was den Kritikern nicht passt, ist die Tatsache, dass Gauck die Freiheit als obersten Wert hervorkehrt – und nicht die Gleichheit oder die „soziale Gerechtigkeit“. Nach Meinung von Antikapitalisten wie Heiner Geißler und Gregor Gysi ist die Freiheit ohne „sozialer Gerechtigkeit“ nichts wert. Sie fordern Gauck nun auf, sein Verhältnis zur „sozialen Gerechtigkeit“ zu „klären“. Was dabei „sozialer Gerechtigkeit“ überhaupt heißen soll, bleibt unklar. Ich k...

„Asset-Manager mit Strukturierungskompetenz“

Montag 13. Februar 2012

Eric Romba vom VGF sieht die Emissionshäuser im Wandel zu „Asset-Managern mit Strukturierungskompetenz“. Betont wurde auf der VGF-Tagung besonders die Bedeutung des institutionellen Geschäftes, das für das Jahr 2011 auf 1,04 Mrd. Euro beziffert wird. Ist es den Initiatoren geschlossener Fonds inzwischen gelungen, in das institutionelle Geschäft einzusteigen? Die VGF-Zahlen liefern eigentlich eher Belege, die Zweifel daran aufkommen lassen. Denn laut VGF-Statistik wurde rund eine Milliarde Euro im institutionellen Geschäft platziert, die zu rund 80% von drei Häusern stammen, die traditionell ohnehin in diesem Bereich zu Hause sind (KGAL, CFB, HIH). Allerdings ist auch diese Zahl interpretationsbedürftig. Unternehmen wie beispielsweise Jamestown, Real I.S. oder die Hahn-Gruppe,...