<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Finanzkolumne</title>
	<atom:link href="http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de</link>
	<description>Ein weiterer WordPress-Blog</description>
	<lastBuildDate>Mon, 14 May 2012 15:53:54 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0</generator>
		<item>
		<title>Was Abraham Lincoln Francois Hollande zu sagen hat</title>
		<link>http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/was-abraham-lincoln-francois-hollande-zu-sagen-hat/</link>
		<comments>http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/was-abraham-lincoln-francois-hollande-zu-sagen-hat/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 14 May 2012 15:53:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jahr 2012]]></category>
		<category><![CDATA[Abraham Lincoln]]></category>
		<category><![CDATA[Einkommen]]></category>
		<category><![CDATA[Einkommenssteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Hollande]]></category>
		<category><![CDATA[Reiche]]></category>
		<category><![CDATA[Spitzensteuersatz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/?p=664</guid>
		<description><![CDATA[Unsere Gesellschaft braucht jedoch „die Reichen“, denn meistens handelt es sich um Unternehmer, die das Kapital f&#252;r Investitionen bereit stellen, Arbeitspl&#228;tze schaffen und dabei erhebliche Risiken eingehen. Daf&#252;r haben sie nicht nur ein deutlich h&#246;heres Einkommen verdient als diejenigen, die weniger Risiken eingehen und keine Arbeitspl&#228;tze schaffen, sondern sie haben auch gesellschaftliche Anerkennung und Respekt verdient.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Ich mag die Reichen nicht“ – so hat der neue franz&#246;sische Pr&#228;sident Hollande w&#246;rtlich erkl&#228;rt. Die geplante Einf&#252;hrung der 75%igen Einkommensteuer f&#252;r Einkommensmillion&#228;re ist Ausdruck dieser Antipathie, die Hollande mit vielen anderen Politikern teilt. Zu dieser Steuer hinzu kommen in Frankreich noch die Verm&#246;genssteuer, die Wohnungssteuer und Grundeigentumssteuer sowie andere Steuerarten. Angesichts dieser Pl&#228;ne ist mir folgende Erkl&#228;rung von Abraham Lincoln eingefallen, der von 1861 bis 1865 Pr&#228;sident der USA war. Die S&#228;tze klingen so, als seien sie nicht vor 150 Jahren, sondern gerade gestern geschrieben worden:</p>
<p>„Ihr werdet die Schwachen nicht st&#228;rken,</p>
<p>indem ihr die Starken schw&#228;cht</p>
<p>Ihr werdet den Arbeitern nicht helfen</p>
<p>Indem ihr die ruiniert, die sie bezahlen.</p>
<p>Ihr werdet keine Br&#252;derlichkeit schaffen,</p>
<p>indem ihr den Klassenhass sch&#252;rt.</p>
<p>Ihr werden den Armen nicht helfen,</p>
<p>indem ihr die Reichen bek&#228;mpft.</p>
<p>Der Staat wird bestimmt keine Wohlfahrt schaffen,</p>
<p>wenn er mehr ausgibt, als er einnimmt.</p>
<p>Ihr werdet kein Interesse an den &#246;ffentlichen</p>
<p>Angelegenheiten und keine Begeisterung wecken,</p>
<p>wenn ihr dem Einzelnen seine Initiative</p>
<p>und seine Freiheit nehmt.</p>
<p>Ihr k&#246;nnt den Menschen nicht dauerhaft helfen.</p>
<p>Wenn ihr das f&#252;r sie erledigt, was sie selber</p>
<p>f&#252;r sich tun sollten und k&#246;nnten.“</p>
<p>Auch in Deutschland wird verst&#228;rkt eine Neiddebatte gef&#252;hrt: So geraten Manager von DAX-Unternehmen wegen ihrer Millionengeh&#228;lter ins Visier. Lautstark fordern Politiker fast aller Parteien, „die Besserverdiener sollten endlich auch einmal einen Beitrag leisten“. Das ist perfide. Und zwar schon deshalb, weil damit bewusst verschwiegen wird, dass dies l&#228;ngst der Fall ist. Schon heute zahlen in Deutschland die oberen</p>
<p>5% der Steuerpflichtigen 41,8% der Einkommensteuer</p>
<p>10% der Steuerpflichtigen 54,4% der Einkommensteuer</p>
<p>15% der Steuerpflichtigen 64,3% der Einkommensteuer</p>
<p>Dagegen tragen 50% der Steuerpflichtigen nur 6,2% zur Einkommensteuer bei, also fast nichts.</p>
<p>In Frankreich, so wird gesch&#228;tzt, sind von der neuen Steuer 7000 bis 20.000 Personen betroffen, in Deutschland liegt die Zahl der Einkommensmillion&#228;re ebenfalls unter 10.000. Deshalb, so das Kalk&#252;l der Politiker, die die Reichenhatz betreiben, wird es kaum Widerstand geben, da eben nur eine verschwindend kleine Minderheit betroffen ist.</p>
<p>Eine Steuer wie die von Hollande geplante, bei der Einkommensmillion&#228;re nur 15% ihres Einkommens bleiben, bedeutet faktisch eine Enteignung. Es mag sein, dass die Pl&#228;ne nach der Wahl nicht in der ganzen Brutalit&#228;t durchgef&#252;hrt werden. Aber es geht gar nicht darum, ob man am Ende den Einkommensmillion&#228;ren 85% oder vielleicht gn&#228;digerweise „nur“ 65% wegnimmt. Es geht um das Denken, das hinter solchen Forderungen steht: „Reiche“ sind eine Minderheit in unserer Gesellschaft, die kaum &#246;ffentliche F&#252;rsprecher hat.</p>
<p>W&#252;rden Politiker in Talkshows mit gleicher H&#228;me &#252;ber andere Minderheiten sprechen, w&#228;re die Aufregung zu Recht gro&#223;. Stellen Sie sich nur einmal einen Moment lang vor, ein bekannter Politiker w&#252;rde &#246;ffentlich verk&#252;nden „Ich mag – diese oder jene Minderheit – nicht.“ – so wie Hollande dies mit Blick auf „die Reichen“ getan hat. Das ist undenkbar, es sei denn, diese Minderheit sind nun einmal „die Reichen“. In diesem Fall kann jeder ungestraft seinen primitiven Vorurteilen freien Lauf lassen.</p>
<p>Unsere Gesellschaft braucht jedoch „die Reichen“, denn meistens handelt es sich um Unternehmer, die das Kapital f&#252;r Investitionen bereit stellen, Arbeitspl&#228;tze schaffen und dabei erhebliche Risiken eingehen. Daf&#252;r haben sie nicht nur ein deutlich h&#246;heres Einkommen verdient als diejenigen, die weniger Risiken eingehen und keine Arbeitspl&#228;tze schaffen, sondern sie haben auch gesellschaftliche Anerkennung und Respekt verdient.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/was-abraham-lincoln-francois-hollande-zu-sagen-hat/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Euro-Rettung – ein Scherbenhaufen</title>
		<link>http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/euro-rettung-ein-scherbenhaufen/</link>
		<comments>http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/euro-rettung-ein-scherbenhaufen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 07 May 2012 10:40:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jahr 2012]]></category>
		<category><![CDATA[Euro]]></category>
		<category><![CDATA[Euro-Rettung]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Griechenland]]></category>
		<category><![CDATA[Investitionsprogramm]]></category>
		<category><![CDATA[Reichensteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Steuererhöhung]]></category>
		<category><![CDATA[Steuern]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/?p=657</guid>
		<description><![CDATA[Ich w&#252;rde mich sehr wundern, wenn heute nicht der Euro massiv unter Druck geriete. Denn die sogenannte Euro-Rettung steht vor einem Desaster: Da hat man mit Aber-Milliarden Griechenland gerettet – und zum „Dank“ w&#228;hlen die Griechen zu einem gro&#223;en Teil extremistische Parteien. Die Linksextremisten sind sogar zweitst&#228;rkste Partei in Griechenland geworden. Und einig sind sich die meisten Griechen darin: Weiter gespart werden soll auf gar keinen Fall.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich w&#252;rde mich sehr wundern, wenn heute nicht der Euro massiv unter Druck geriete. Denn die sogenannte Euro-Rettung steht vor einem Desaster: Da hat man mit Aber-Milliarden Griechenland gerettet – und zum „Dank“ w&#228;hlen die Griechen zu einem gro&#223;en Teil extremistische Parteien. Die Linksextremisten sind sogar zweitst&#228;rkste Partei in Griechenland geworden. Und einig sind sich die meisten Griechen darin: Weiter gespart werden soll auf gar keinen Fall.</p>
<p>F&#252;r diese Ansicht finden sie auch au&#223;erhalb Griechenlands immer mehr Sympathien, so auch in Frankreich, wo der der Sozialist Hollande bereits angek&#252;ndigt hat, dass es ein „Weiter so“ mit der „Sparpolitik“ nicht geben wird. Statt dessen sieht er das Heil in guter sozialistischer Tradition in massiven staatlichen Investitionsprogrammen auf Pump.</p>
<p>Doch damit nicht genug. Hollande will die Einkommensmillion&#228;re faktisch enteignen. Er hat angek&#252;ndigt, den Spitzensteuersatz f&#252;r Eink&#252;nfte &#252;ber 1 Million Euro auf 75% zu erh&#246;hen. Da noch weitere Steuern – wie etwa die Verm&#246;genssteuer &#8211; dazu kommen, hat man ausgerechnet, dass die Steuerbelastung f&#252;r Einkommensmillion&#228;re tats&#228;chlich &#252;ber 90% liegen w&#252;rde. „Gn&#228;digerweise“ hat Hollande deshalb zugestanden, dass die Gesamtsteuerbelastung nicht h&#246;her als 85% (!) liegen werde. Wenn ich in Frankreich leben w&#252;rde und Einkommensmillion&#228;r w&#228;re, w&#252;rde ich noch heute auswandern. Und genau das werden viele Leistungstr&#228;ger tun.</p>
<p>Es handelt sich um ein fatales Signal auch f&#252;r andere europ&#228;ische L&#228;nder. Wird in Frankreich tats&#228;chlich der Spitzensteuersatz auf 75% oder mehr erh&#246;ht, dann hat das Signalwirkung f&#252;r die Sozialdemokraten in anderen L&#228;ndern, auch in Deutschland. Hierzulande wird man den Spitzensteuersatz nicht auf 75% erh&#246;hen, aber 60% halte ich f&#252;r durchaus denkbar. Schon heute werden Einkommensmillion&#228;re durch die Reichensteuer (45% + Soli) mit fast 48% belastet. SPD und Gr&#252;ne haben bereits angek&#252;ndigt, im Falle ihres Wahlsieges den Spitzensteuersatz massiv zu erh&#246;hen. Auch viele CDU-Politiker haben sich daf&#252;r ausgesprochen. Selbst in der FDP wird nur noch zaghaft Widerstand geleistet – der Schlewig-Holsteinische Wahlsieger Kubicki hat sich sogar dezidiert f&#252;r eine Anhebung des Spitzensteuersatzes ausgesprochen.</p>
<p>Die politische Klasse sucht nach einem S&#252;ndenbock, um von ihrem eigenen Versagen abzulenken – und da eignen sich „die Reichen“ ganz vorz&#252;glich. Hiermit kann man, dies ist das fatale Signal aus Frankreich, Wahlen gewinnen. Die Probleme des Euros werden durch die Strangulierung der Leistungstr&#228;ger jedoch bestimmt nicht gel&#246;st. Und auch nicht durch massive staatliche „Investitionsprogramme“ auf Pump.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/euro-rettung-ein-scherbenhaufen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Axel Springer zum 100.Geburtstag</title>
		<link>http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/axel-springer-zum-100-geburtstag/</link>
		<comments>http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/axel-springer-zum-100-geburtstag/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 14:22:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jahr 2012]]></category>
		<category><![CDATA[Axel Springer]]></category>
		<category><![CDATA[BILD]]></category>
		<category><![CDATA[Bild-Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Milliardär]]></category>
		<category><![CDATA[Verleger]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/?p=646</guid>
		<description><![CDATA[Der Verleger Axel Springer w&#228;re am 2.Mai 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass eine gek&#252;rzte Fassung aus dem Buch von Dr.Rainer Zitelmann: „Setze dir gr&#246;&#223;ere Ziele!“ (www.ambition-Verlag.de)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Der Verleger Axel Springer w&#228;re am 2.Mai 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass nachfolgend eine gek&#252;rzte Fassung aus dem Buch von Dr.Rainer Zitelmann: „Setze dir gr&#246;&#223;ere Ziele!“ <a href="http://www.ambition-verlag.de/" target="_blank">(www.ambition-verlag.de)</a><br />
</em></p>
<p>Im Januar 1977, als sich die meisten Deutschen mit der Teilung ihres Landes abgefunden hatten, prophezeite der Verleger Axel Springer: „Wenn wir nur wollen, wenn wir alles wagen, dann ist die Freiheit kein M&#228;rchen. In Deutschland nicht. In Polen nicht. In Ungarn, Rum&#228;nien, der Tschechoslowakei und den baltischen Staaten nicht. Und nicht in Russland.“ Im gleichen Jahr sagte er voraus: „Jenes von Marx entworfene Denkgeb&#228;ude ist in toto … am Zusammenst&#252;rzen.“</p>
<p>Axel Springer war fest davon &#252;berzeugt, dass eines Tages der Kommunismus zusammenbrechen und Berlin und Deutschland wiedervereinigt w&#252;rden. Schon im Jahr 1959, der Kalte Krieg zwischen Russland und den Westm&#228;chten spitzte sich immer mehr zu, legte er den Grundstein f&#252;r eine Druckerei und ein Verlagsgeb&#228;ude direkt an der Grenze zwischen dem Ost- und dem Westteil Berlins, genau an der Linie, an der zwei Jahre sp&#228;ter die Mauer gebaut werden sollte. Im Mai jenes Jahres lief das Berlin-Ultimatum der Sowjetunion ab. Zwei Tage vor dem Ablauf dieses Ultimatums rief Springer an einem strahlenden Tag zu drei Hammerschl&#228;gen auf den Grundstein des Neubaus: „Einigkeit und Recht und Freiheit!“ Auf die Frage, warum er ausgerechnet in Berlin sein Verlagsgeb&#228;ude errichte, also in einer Stadt, an deren Zukunft viele Menschen nicht mehr glaubten, antwortete er: „Ich glaube an Deutschland mit der Hauptstadt Berlin. Aber ich glaube nicht nur an Deutschland, sondern ich will es eben auch. Und deshalb baue ich in Berlin.“</p>
<p>Viele Menschen lachten ihn aus, sie nannten Springer den „Brandenburger Tor“. W&#228;hrend Ende der 60er Jahre in der Bundesrepublik die Kapitalismus-Kritik popul&#228;r wurde, stritt er f&#252;r die Marktwirtschaft. Zu einer Zeit, als es als „reaktion&#228;r“ galt, die DDR als Diktatur zu bezeichnen und von der Unterdr&#252;ckung in den kommunistischen Staaten zu sprechen, als der Begriff „Antikommunist“ gleichbedeutend war mit „r&#252;ckschrittlich“, da bezeichnete er sich stolz als Antikommunist und prangerte die Menschenrechtsverletzungen in der DDR an. Er ordnete an, dass in allen seinen Zeitungen die „DDR“ nur in Anf&#252;hrungszeichen geschrieben werden d&#252;rfe, denn diese sei weder deutsch noch demokratisch noch eine Republik.</p>
<p>All dies brachte ihm den Hass der politischen Linken ein. „Es war die umfangreichste Hatz, die je gegen einen einzelnen in Deutschland entfesselt wurde“, berichtet Claus Jacobi in seiner Biographie &#252;ber Springer. Nachdem ein politischer Wirrkopf am 11. April 1968 einen Anschlag auf den F&#252;hrer der linken Studentenschaft, Rudi Dutschke, ver&#252;bt hatte, eskalierte die Situation. Das Verlagshaus an der Kochstra&#223;e in Berlin wurde belagert und gewaltsam angegriffen. Der Hass der Demonstranten kam in Parolen zum Ausdruck wie: „Ri-ra-ro, Springer ist k.o.“, „Haut dem Springer auf die Flossen, sonst wirst morgen Du erschossen“, „Killt BILD“, „Springer-Presse halt die Fresse“. Jahre sp&#228;ter stand Springer auf der Todesliste linksextremer Terroristen und konnte sich nur noch unter Polizeischutz bewegen, zwei Bomben waren in seinem Verlagshaus explodiert, zwei Privath&#228;user des Verlegers wurden angez&#252;ndet.</p>
<p>Wer war dieser Mann, der trotz aller Anfeindungen an seinen Grund&#252;berzeugungen von der &#220;berlegenheit der Markwirtschaft, an seiner scharfen Kritik des Sozialismus und des Kommunismus und am Glauben an die deutsche Wiedervereinigung festhielt? Springer wurde 1912 in Hamburg geboren. Nach dem Krieg bem&#252;hte er sich bei der britischen Besatzungsmacht um die Lizenz f&#252;r eine Zeitung. In der Hoffnung, die Lizenz zu erhalten, hatte manch ein Bewerber ein wenig geflunkert und seine kritische Haltung zur Hitler-Diktatur &#252;berzeichnet. „Als eines Tages der von den Widerstandsbeteuerungen vorangegangener Lizenzbewerber schon etwas genervte Major Barnetson – sp&#228;ter Lord Barnetson – s&#252;ffisant fragte: ‚Und von wem wurden Sie verfolgt, Herr Springer?’, da antwortete er: ‚Ooch, eigentlich nur von den M&#228;dchen.’“ Das gefiel dem Engl&#228;nder und 1946/47 erhielt Springer die Lizenz f&#252;r mehrere Zeitschriften.</p>
<p>Der Verlag residierte zun&#228;chst in einem ehemaligen Flakbunker auf dem Hamburger Heiligengeistfeld. Im Dezember 1946 wurde die erste Ausgabe der Fernsehzeitschrift <em>H&#246;r Zu! </em>ausgeliefert, die schon bald eine Millionenauflage erzielte und zur gr&#246;&#223;ten Fernsehzeitschrift Europas werden sollte. Kurz darauf hatte Springer die Idee, eine Tageszeitung neuen Typs zu erfinden. Als seine Direktoren ihn fragten, ob er auch schon einen Namen f&#252;r diese Zeitung habe, und er „Bild“ antwortete, lachten sie ihn aus.</p>
<p><em>Bild </em>sollte in den kommenden Jahren mit t&#228;glich vielen Millionen verkauften Exemplaren die auflagenst&#228;rkste Zeitung in Europa werden. <em>Bild </em>polarisierte die Menschen. Die &#220;berschriften brachten manche zum Lachen, manche zur Verzweiflung, aber sie pr&#228;gten sich ein und sorgten f&#252;r Gespr&#228;chsstoff. Nach der ersten Mondlandung titelte <em>Bild</em>: „Der Mond ist jetzt ein Ami“. Die <em>Bild</em>-Zeitung entfaltete eine enorme Macht. „Als die Post in den Parlamentsferien beschloss, die Telefongeb&#252;hren um zwei Pfennige zu erh&#246;hen, verlangte <em>Bild </em>in einer Schlagzeile: ‚Holt den Bundestag aus dem Urlaub!’ Und so geschah es. Der Beschluss wurde gekippt.“</p>
<p>Die <em>Bild</em>-Zeitung, so schreibt Claus Jacobi, wurde „zu einem s&#252;chtig machenden t&#228;glichen Cocktail aus Sex, Politik und Sensationen, Facts und Fiction, Mord und Totschlag, Brutalit&#228;t und Barmherzigkeit, Verbrechen und Verbrauchertipps.“ Springer erwarb etwa drei Dutzend weitere Zeitungen und Zeitschriften, beteiligte sich am Fernsehsender SAT 1 und kaufte Buchverlage. „Kein einzelner Mann in Deutschland“, urteilte sein Widersacher, der <em>Spiegel</em>-Herausgeber Rudolf Augstein, „hat vor Hitler und nach Hitler soviel Macht kumuliert, Bismarck und die beiden Kaiser ausgenommen.“ Das war sicherlich &#252;bertrieben. Aber immerhin z&#228;hlte ihn auch die britische <em>Sunday Times </em>Anfang der 70er Jahre zu den 20 einflussreichsten Menschen der Welt.</p>
<p>Axel Springer polarisierte. Dass er Milliard&#228;r wurde, hatte er auch der Unabh&#228;ngigkeit seines Denkens zu verdanken, und dass er unabh&#228;ngig zu denken vermochte, verdankte er auch seiner finanziellen Freiheit. Seine Vision, dass der Kommunismus zusammenbrechen, die Marktwirtschaft weltweit &#252;ber den Sozialismus triumphieren werde, Deutschland wiedervereinigt sei mit der Hauptstadt Berlin – die erlebte er allerdings nicht mehr selbst. Wenige Jahre bevor all das eintrat, was er immer wieder in Reden und Artikeln beschworen hatte, verstarb er.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/axel-springer-zum-100-geburtstag/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Krise ist nicht vorbei</title>
		<link>http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/die-krise-ist-nicht-vorbei/</link>
		<comments>http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/die-krise-ist-nicht-vorbei/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 23 Apr 2012 05:42:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jahr 2012]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/?p=642</guid>
		<description><![CDATA[Seit Beginn der Finanzkrise gibt es immer wieder Phasen, wo man den Eindruck hat: Die Krise ist vorbei. Das Schlimmste ist &#252;berstanden. Doch der Schein tr&#252;gt. Es spricht Vieles daf&#252;r, das sich wiederholt, was wir in den vergangenen Jahren beobachtet haben: Auf eine Phase tr&#252;gerischer Ruhe folgt die n&#228;chste Stufe der Kriseneskalation.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Beginn der Finanzkrise gibt es immer wieder Phasen, wo man den Eindruck hat: Die Krise ist vorbei. Das Schlimmste ist &#252;berstanden. Insbesondere in Deutschland ist ja von einer Krise nichts zu sp&#252;ren. Im Gegenteil: Die Wirtschaft brummt, die Arbeitslosenzahlen gehen zur&#252;ck – und auch die Inflationsraten sind nur leicht erh&#246;ht, aber durchaus moderat.</p>
<p>Doch der Schein tr&#252;gt. Denn es ist noch l&#228;ngst nicht ausgemacht, wie es mit Spanien und Italien weitergehen wird. In wenigen Wochen stieg die Rendite zehnj&#228;hriger Spanien-Anleihen von unter f&#252;nf auf &#252;ber sechs Prozent. Auch Italien-Bonds legten in wenigen Wochen um etwa 100 Basispunkte auf 5,6 Prozent zu. Dabei t&#228;uschen diese Zahlen. Denn die Marktmechanismen sind durch den Kauf von Staatsanleihen durch die EZB und durch einheimische Banken der s&#252;deurop&#228;ischen Krisenstaaten weitgehend au&#223;er Kraft gesetzt. Wer wei&#223; denn, wo die Renditen italienischer und spanischer Anleihen liegen w&#252;rden, wenn die EZB nicht „helfen“ w&#252;rde?</p>
<p>Rund 75% der Ausleihungen der EZB flie&#223;en mittlerweile an die Institute der s&#252;deurop&#228;ischen Krisenstaaten, die daf&#252;r wiederum Staatsanleihen ihrer L&#228;nder kaufen, um deren Renditen k&#252;nstlich „niedrig“ zu halten. Das hat jedoch auf der anderen Seite dazu gef&#252;hrt, dass die Bilanzsumme der EZB in kurzer Zeit auf drei Billionen Euro angeschwollen ist. „Die Aktiva von knapp drei Billionen Euro sind gerade einmal mit 85,5 Milliarden Kapital und R&#252;cklagen unterlegt. Das entspricht einem Hebel von 35 und w&#252;rde bei Gesch&#228;ftsbanken zum Einschreiten der Bankenaufsicht f&#252;hren. Ber&#252;cksichtigt man die Qualit&#228;t der Aktiva, sieht man die EZB in der Gesellschaft hochspekulativer Hedgefonds“, so <strong>EURO AM SONNTAG</strong>-Chefredakteur Frank B. Werner in seinem ausgezeichneten Kommentar in dieser Woche.</p>
<p>Allein bei spanischen Banken wuchs der Bestand an Staatsanleihen von Dezember bis Januar um 26% auf 220 Mrd. Euro, in Italien erh&#246;hten die Banken ihren Bestand an italienischen Anleihen um 31% auf 267 Mrd. Euro. Dass trotz dieser verzweifelten Hilfsaktionen und der damit verbundenen „Kosmetik“ die Renditen der Staatsanleihen auf etwa sechs Prozent steigen, zeigt den Ernst der Lage.</p>
<p>K&#252;rzlich erkl&#228;rte der spanische Wirtschaftsminister: „Spanien ist in der Lage, die Probleme allein zu &#252;berwinden.“ Auch diese Versicherung zeigt den Ernst der Lage.</p>
<p>Erinnern wir uns:<br />
Am 6.1. 2010 erkl&#228;rte der griechische Finanzminister: „Griechenland braucht keine Hilfe von der EU.“ Es vergingen nach dieser Ank&#252;ndigung nicht einmal f&#252;nf Monate, bis Griechenland den Hilfsantrag stellte.</p>
<p>Am 16. November 2010 versicherte der irische Premierminister: „Irland hat und wird keinen Antrag auf fremde Hilfe stellen.“ In diesem Fall verging nicht einmal eine Woche, bis Irland den Hilfsantrag stellte.</p>
<p>Am 11.Januar 2011 versuchte Portugals Ministerpr&#228;sident zu beruhigen: „Die portugiesische Regierung und Portugal werden keine Finanzhilfe beantragen, weil das nicht n&#246;tig ist.“ Vier Monate sp&#228;ter kam der Hilfsantrag aus Portugal.</p>
<p>Durch die massiven Hilfen der Nord-L&#228;nder erlahmt der ohnehin nicht stark ausgepr&#228;gte Reformwille in Spanien und Italien zunehmend. Die Gewerkschaften in Italien blockierten erst j&#252;ngst eine Reform des verkrusteten Arbeitsrechtes.</p>
<p>Es spricht Vieles daf&#252;r, das sich das wiederholt, was wir in den vergangenen Jahren beobachtet haben: Auf eine Phase tr&#252;gerischer Ruhe folgt die n&#228;chste Stufe der Kriseneskalation. Nur, dass s&#228;mtliche Munition der Staaten und der Zentralbanken l&#228;ngst verschossen ist.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/die-krise-ist-nicht-vorbei/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Konsequent aufs falsche Pferd gesetzt</title>
		<link>http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/konsequent-aufs-falsche-pferd-gesetzt/</link>
		<comments>http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/konsequent-aufs-falsche-pferd-gesetzt/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 02 Apr 2012 07:00:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jahr 2012]]></category>
		<category><![CDATA[Büroobjekte]]></category>
		<category><![CDATA[geschlossene Immobilienonds]]></category>
		<category><![CDATA[Immobilienfonds]]></category>
		<category><![CDATA[offene Immobilienonds]]></category>
		<category><![CDATA[Portfolio]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/?p=635</guid>
		<description><![CDATA[Schaut man sich die Portfolien offener und geschlossener Immobilenfonds, aber auch von vielen institutionellen Investoren in Deutschland an, dann verh&#228;lt sich die Asset-Allokation ziemlich genau spiegelbildlich zur Performance.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schaut man sich die Portfolien offener und geschlossener Immobilenfonds, aber auch von vielen institutionellen Investoren in Deutschland an, dann verh&#228;lt sich die Asset-Allokation ziemlich genau spiegelbildlich zur Performance:</p>
<p>-       Mit gro&#223;em Abstand dominieren in den Portfolios offener und geschlossener Immobilienfonds B&#252;roobjekte (im vergangenen Jahr bei geschlossenen Fonds 56%, in den Vorjahren teilweise bis zu 70%; bei offenen Fonds in der Regel etwa 60 – 70%, aktuell 63,8%). Genau dies ist die Assetklasse, die laut IPD in Deutschland seit zehn Jahren die mit Abstand geringste Performance bringt, n&#228;mlich einen Total Return von nur 2,1%. Ber&#252;cksichtigt man, dass davon noch Steuern abgehen und dass die Inflationsrate in den vergangenen zehn Jahren im Schnitt bei 1,6 Prozent lag, dann hei&#223;t dies, dass die institutionellen Investoren, die ihre Daten an die IPD liefern, &#252;ber ein Jahrzehnt mit B&#252;roobjekten weniger als nichts verdient haben. Zum Vergleich: Wer in diesem Zeitraum auf deutsche Staatsanleihen setzte, der verdiente &#252;ber zehn Jahre im Schnitt 5,4% p.a., in den vergangenen 5 Jahren sogar fast sechs Prozent p.a.!</p>
<p>-       Die beiden Assetklassen, die seit zehn Jahren die h&#246;chste Performance bringen, fehlen bei den offenen Immobilienfonds fast vollst&#228;ndig, bei den geschlossenen Fonds sind sie ebenfalls nicht vorhanden (Industrie) oder stark untergewichtet (Wohnen). Ich denke, ich habe nicht so falsch gelegen, als ich an dieser Stelle in den vergangenen Jahren immer wieder die Vorteile von Wohnungsinvestments herausgestrichen habe, denn der durchschnittliche Total Return in den vergangenen drei Jahren lag f&#252;r Wohnimmobilien doppelt so hoch (5,9%) wie f&#252;r B&#252;roobjekte (2,9%).</p>
<p>Die Performance-Probleme offener Immobilienfonds und vieler anderer Asset-Manager haben also nicht zuletzt etwas damit zu tun, dass man konsequent-einseitig auf jene Nutzungsarten gesetzt hat, die die geringste Performance aufgewiesen haben.</p>
<p>Was in der Vergangenheit galt, muss in Zukunft nat&#252;rlich nicht gelten. B&#252;roimmobilien k&#246;nnten ein Comeback erleben. Aber klug w&#228;re es schon, wenn jene Asset-Manager, deren Aufgabe es ist in risikoarme, also auch diversifizierte Immobilienportfolios zu investieren, sehr viel st&#228;rker als in der Vergangenheit Wohn-, Industrie- und Handelsimmobilien ber&#252;cksichtigen w&#252;rden.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/konsequent-aufs-falsche-pferd-gesetzt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Abschaffung der Spekulationsfrist – Warnschuss aus &#214;sterreich</title>
		<link>http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/abschaffung-der-spekulationsfrist-warnschuss-aus-oesterreich/</link>
		<comments>http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/abschaffung-der-spekulationsfrist-warnschuss-aus-oesterreich/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 26 Mar 2012 12:29:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jahr 2012]]></category>
		<category><![CDATA[Besteuerung]]></category>
		<category><![CDATA[Eigentümer]]></category>
		<category><![CDATA[Immobilien]]></category>
		<category><![CDATA[Spekulation]]></category>
		<category><![CDATA[Verkauf]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/?p=630</guid>
		<description><![CDATA[&#214;sterreich will ab dem 1. April 2012 die zehnj&#228;hrige Spekulationsfrist f&#252;r Immobilien abschaffen. Bislang gilt in &#214;sterreich – ebenso wie in Deutschland – die Regelung, dass im Privatbesitz gehaltene Immobilien nach Ablauf einer Haltefrist von zehn Jahren steuerfrei verkauft werden k&#246;nnen. Damit soll nun in unserem Nachbarland Schluss sein.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#214;sterreich will ab dem 1. April 2012 die zehnj&#228;hrige Spekulationsfrist f&#252;r Immobilien abschaffen. Bislang gilt in &#214;sterreich – ebenso wie in Deutschland – die Regelung, dass im Privatbesitz gehaltene Immobilien nach Ablauf einer Haltefrist von zehn Jahren steuerfrei verkauft werden k&#246;nnen. Damit soll nun in unserem Nachbarland Schluss sein. K&#252;nftig sollen, unabh&#228;ngig von Haltefristen, alle Immobilienverk&#228;ufe mit einem Steuersatz von 25 Prozent besteuert werden. Nach Ablauf von 10 Jahren wird der Steuersatz j&#228;hrlich um 2,5 Prozentpunkte reduziert.</p>
<p>Die &#220;bergangsregelung sieht wie folgt aus: Bei Immobilien, die bereits aus der Steuerverstrickung herausgefallen waren (die also vor dem 1.April 2002 angeschafft wurden) wird ein Steuersatz von 3,5% (bezogen auf den Ver&#228;u&#223;erungserl&#246;s) eingef&#252;hrt. F&#252;r alle Immobilien, die heute noch steuerverstrickt sind, gilt jedoch die Neuregelung.</p>
<p>Ich f&#252;rchte ja schon seit langem, dass in der n&#228;chsten Legislaturperiode dieses Thema auch in Deutschland wieder auf die Tagesordnung kommt. Der Vorsto&#223; in &#214;sterreich k&#246;nnte die deutsche Politik darin zus&#228;tzlich best&#228;rken. Unabh&#228;ngig davon halte ich die Wahrscheinlichkeit, dass es in Deutschland bei der jetzigen Regelung bleibt – leider – f&#252;r extrem gering.</p>
<p>K&#246;nnte das Beispiel der Neuregelung in &#214;sterreich ein Vorbild sein? Was daran ist – aus Sicht von Immobilieneigent&#252;mern – negativ und was positiv?</p>
<p>Positiv k&#246;nnte der reduzierte Steuersatz von 25% bewertet werden. Denn bislang galt in &#214;sterreich – wie auch in Deutschland – der pers&#246;nliche Steuersatz, von dem ich erwarte, dass er in Deutschland in der n&#228;chsten Legislaturperiode in der Spitze auf mindestens 50% angehoben wird. Positiv an der Neuregelung in &#214;sterreich ist auch, dass der Steuersatz nach Ablauf von zehn Jahren sukzessive reduziert wird. Ich m&#246;chte allerdings bei dieser Gelegenheit auch daran erinnern, dass SPD und Gr&#252;ne, als sie Ende 2002 schon einmal geplant hatten, § 23 EStG zu &#228;ndern und die Spekulationsfrist abzuschaffen, lediglich einen Steuersatz von 15% auf Ver&#228;u&#223;erungsgewinne vorgesehen hatten. Seinerzeit war diese &#196;nderung am Widerstand der Union im Bundesrat gescheitert, aber man sollte diesen alten Vorschlag wieder hervorholen, denn er war gar nicht so &#252;bel, zumal seinerzeit eine sehr moderate Regelung f&#252;r Altf&#228;lle beschlossen worden war.</p>
<p>Kritikw&#252;rdig an der Gesetzes&#228;nderung in &#214;sterreich finde ich, dass nur solche Altf&#228;lle (teilweise) gesch&#252;tzt sind, bei denen Immobilien aus der Steuerverstrickung bereits herausgefallen sind. Und nicht einmal diese werden vollst&#228;ndig gesch&#252;tzt. W&#228;re das in Deutschland auch in dieser Form m&#246;glich?</p>
<p>Ich erinnere an das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, das sich nach einem Vorlagebeschluss des BFH mit der Rechtm&#228;&#223;igkeit der 1999 vom Gesetzgeber beschlossenen Ausdehnung der Spekulationsfrist von zwei auf zehn Jahre befasste. Dieses Urteil wird Leitfaden f&#252;r den deutschen Gesetzgeber bei einer &#196;nderung von § 23 EStG werden. Das Bundesverfassungsgericht hielt es – leider – f&#252;r zul&#228;ssig, die Besteuerung von Ver&#228;u&#223;erungsgewinne f&#252;r solche Immobilien zu beschlie&#223;en, die sich noch innerhalb der Spekulationsfrist befanden. F&#252;r unzul&#228;ssig hielt es allerdings die Besteuerung von Ver&#228;u&#223;erungsgewinnen von Immobilien, die bereits aus dieser Frist herausgefallen waren. In Deutschland ist also einerseits zu bef&#252;rchten, dass bei einer &#196;nderung von § 23 EStG nur solche Immobilien gesch&#252;tzt werden, die der Immobilieneigent&#252;mer bereits seit mindestens zehn Jahren besitzt. Eine Besteuerung der Ver&#228;u&#223;erungsgewinne von Immobilien, die aus der Spekulationsfrist bereits herausgefallen waren, w&#228;re in Deutschland allerdings nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes nicht rechtens.</p>
<p>Die Verb&#228;nde der Immobilienwirtschaft sollten sich unbedingt schon jetzt darauf einstellen, dass der Gesetzgeber hier in der n&#228;chsten Legislaturperiode aktiv werden wird. Es ist naiv zu glauben, dass die Regelung so bleibt wie sie ist und den Kopf in den Sand zu stecken. Nicht nur SPD, Gr&#252;ne und Linke sind f&#252;r die Abschaffung der Spekulationsfrist, auch die CDU/CSU wird dabei leider mitmachen. Dass die FDP dagegen ist, wird in der n&#228;chsten Legislaturperiode keine Rolle mehr spielen.</p>
<p>Man sollte also bereits heute gute Argumente f&#252;r eine – im Vergleich zu der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes und zu der jetzt in &#214;sterreich beschlossenen Regelung – moderatere &#220;bergangsregelung sammeln:</p>
<p>Ziel muss es sein, f&#252;r eine &#220;bergangsregelung zu k&#228;mpfen, die an den Zeitpunkt des Erwerbs der Immobilie ankn&#252;pft. Mein Argument: Warum sollen Immobilienbesitzer schlechter behandelt werden als solche von Wertpapieren oder Lebensversicherungen? Als der Gesetzgeber vor einigen Jahren die Spekulationsfrist f&#252;r Wertpapiere abschaffte, wurden all jene Wertpapiere von der Neuregelung ausgenommen, die vor deren Inkrafttreten gekauft worden waren. Genau so war es, als die Steuerfreiheit von Lebensversicherungen abgeschafft wurde. Hier wurde also bei der &#220;bergangsregelung an den Zeitpunkt des Erwerbs angekn&#252;pft und nicht an den Zeitpunkt, zu dem die Wertpapiere aus der Steuerverstrickung herausgefallen waren.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/abschaffung-der-spekulationsfrist-warnschuss-aus-oesterreich/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Sachwerte oder Anleihen?</title>
		<link>http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/sachwerte-oder-anleihen/</link>
		<comments>http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/sachwerte-oder-anleihen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 19 Mar 2012 14:01:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jahr 2012]]></category>
		<category><![CDATA[Anleihen]]></category>
		<category><![CDATA[Family Offices]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle]]></category>
		<category><![CDATA[Sachwerte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/?p=624</guid>
		<description><![CDATA[Nat&#252;rlich gibt es Unterschiede in den Anlagezielen zwischen verm&#246;genden Privatpersonen und Institutionellen. Aber diese Unterschiede sind nicht so gro&#223;, dass sie die extremen Unterschiede in der Asset-Allokation erkl&#228;ren k&#246;nnten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nat&#252;rlich gibt es Unterschiede in den Anlagezielen zwischen verm&#246;genden Privatpersonen und Institutionellen. Aber diese Unterschiede sind nicht so gro&#223;, dass sie die extremen Unterschiede in der Asset-Allokation erkl&#228;ren k&#246;nnten.</p>
<p>Die Immobilienquote bei Versicherungen und anderen Institutionellen d&#252;mpelt seit Jahren um die 5 Prozent, bei Family Offices liegt sie laut der oben zitierten Famos-Umfrage sieben Mal (!!!) h&#246;her. Auch die Aktienquote liegt beispielsweise bei Versicherungen zwischen 3 und 5 Prozent, bei Family-Offices betr&#228;gt sie 18 Prozent. Daf&#252;r ist der Anleihe-Anteil im Portfolio der Institutionellen wesentlich h&#246;her.</p>
<p>Es k&#246;nnen nicht beide recht haben – Family Offices und institutionelle Investoren. In der Vergangenheit ist man mit Anleihen gut gefahren, weil die Renditen immer weiter gesunken und damit die Kurse im Portfolio gestiegen sind. Inzwischen kann man mit Anleihen jedoch kaum noch Geld verdienen. Nicht nur die Renditen deutscher Staatsanleihen sind auf ein historisches Tief gesunken, auch Anleihen von Unternehmen bester Bonit&#228;t bringen im Zehn-Jahres-Durchschnitt derzeit nur noch etwa 2,5 Prozent, bei einer Restlaufzeit zwischen zwei und sechs Jahren sind es nur noch etwa 1,5 Prozent.</p>
<p>Family Offices setzen mit Immobilien und Aktien eindeutig auf Sachwerte – eine gute Strategie, die sich insbesondere auch (aber nicht nur) dann bew&#228;hren wird, wenn die Aufbl&#228;hung der Geldmenge und die unverantwortliche Politik der Staaten irgendwann zu einer Geldentwertung f&#252;hren wird. Dagegen hat die einseitige Fixierung von Institutionellen auf Anleihen schon jetzt zu erheblichen Problemen f&#252;r diese gef&#252;hrt, die sich in der Zukunft massiv verst&#228;rken werden. Family Offices haben die Zeichen der Zeit deutlich fr&#252;her erkannt als Institutionelle. Anbieter von Immobilien tun deshalb gut daran, wenn sie sich immer st&#228;rker auf Family Offices als Zielgruppe ausrichten. Daf&#252;r ist es jedoch wichtig, deren Anlagephilosophie, Entscheidungsprozesse und Anforderungen zu verstehen – und nat&#252;rlich entsprechende Kontakte aufzubauen. Ich setze deshalb die erfolgreiche Reihe der BERLINER IMMOBILIENRUNDE zum Thema „Immobilien-Beratung f&#252;r und Immobilienplatzierung bei verm&#246;genden Privatpersonen / Family Offices“ am 28. M&#228;rz fort, bei der auch die Ergebnisse der oben zitierten Umfrage von Famos vorgestellt werden. (Programm anfordern: <a href="mailto:info@immobilienrunde.de">info@immobilienrunde.de</a>)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/sachwerte-oder-anleihen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Staat als Finanzanlagen-Besserwisser?</title>
		<link>http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/der-staat-als-finanzanlagen-besserwisser/</link>
		<comments>http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/der-staat-als-finanzanlagen-besserwisser/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 12 Mar 2012 12:56:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jahr 2012]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Stiftung Warentest]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/?p=618</guid>
		<description><![CDATA[K&#252;nftig soll die „Stiftung Warentest“ nach dem Willen der Bundesregierung sukzessive zu einem „Finanz-T&#220;V“ ausgebaut werden. Als ersten Schritt bekommt die Stiftung nunmehr 1,5 Millionen Euro, um Finanzprodukte k&#252;nftig noch besser unter die Lupe zu nehmen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>K&#252;nftig soll die „Stiftung Warentest“ nach dem Willen der Bundesregierung sukzessive zu einem „Finanz-T&#220;V“ ausgebaut werden. Als ersten Schritt bekommt die Stiftung nunmehr 1,5 Millionen Euro, um Finanzprodukte k&#252;nftig noch besser unter die Lupe zu nehmen.</p>
<p>Verbrauchersch&#252;tzer kritisieren, dieser Betrag sei viel zu gering. In der Tat kann man die Frage stellen, wie denn mit 1,5 Mio. Euro zus&#228;tzlichem Geld das von der Verbraucherschutzministerin Aigner proklamierte Ziel umgesetzt werden soll, die Vergleichbarkeit von Finanzprodukten zu gew&#228;hrleisten und die Aussagen der Anbieter &#252;ber Geldanlagen sowie die Qualit&#228;t von Finanzprodukten zu pr&#252;fen.</p>
<p>Die Ma&#223;nahme reiht sich ein in die anderen hilflosen Aktionen der Politik, mit denen sie behauptet, „Konsequenzen aus der Finanzkrise“ gezogen zu haben. Als Paradebeispiel mussten daf&#252;r stets die Lehmann-Zertifikate herhalten. Hatte die „Stiftung Warentest“ denn seinerzeit vor diesen Zertifikaten gewarnt? Nein. Warum denn auch? Wer sollte vor 2008 auf die Idee kommen, dass eine der m&#228;chtigsten Investmentbanken pleite geht?</p>
<p>So soll nun im Rahmen der „Stiftung Warentest“ ein Finanz-T&#220;V etabliert werden, um k&#252;nftig &#228;hnliche F&#228;lle zu verhindern. Die Alternative zu diesem „Tropfen auf den hei&#223;en Stein“, n&#228;mlich ein mit hohen Mitteln und Kompetenzen ausgestatteter staatlicher Finanz-T&#220;V, wie er von SPD, Gr&#252;nen und Linkspartei gefordert wird, w&#228;re jedoch noch sehr viel schlechter. Ein quasi-staatliches Qualit&#228;tssiegel f&#252;r Finanzprodukte w&#228;re aus meiner Sicht die gr&#246;&#223;te Irref&#252;hrung der Verbraucher.</p>
<p>Der Staat sollte Vorschriften f&#252;r die Transparenz von Finanzprodukten erlassen, sich ansonsten jedoch aus diesem Thema heraushalten und es den B&#252;rgern und dem Markt &#252;berlassen, welche Produkte sich durchsetzen. Denn die staatliche Kompetenz mit Blick auf Finanzanlagen muss bezweifelt werden. Hier einige Belege f&#252;r diese These:</p>
<ul>
<li>Das unseri&#246;seste Finanzprodukt &#252;berhaupt ist die umlagenfinanzierte staatliche Rentenversicherung, die stets viel mehr versprochen hat als sie halten kann. Alle negativen Eigenschaften, die ein Finanzprodukt &#252;berhaupt nur haben kann, sind hier vereint: Eine l&#228;cherlich niedrige „Rendite“, mangelnde Transparenz, unseri&#246;se Finanzierung und Vorspiegelung von Sicherheit, wo es in Wahrheit keine gibt.</li>
<li>Die beiden bevorzugten Lieblingskinder des deutschen Staates im Bereich privater Vorsorge, die mit F&#246;rdermitteln und Steuervorteilen in Milliardenh&#246;he gef&#246;rdert wurden, waren &#252;ber viele Jahrzehnte Kapitallebensversicherungen und Bausparvertr&#228;ge – beides nicht gerade Produkte, die sich durch hohe Transparenz, bescheidende Provisionen, attraktive Renditen und vorbildliche Anlegerfreundlichkeit einen Namen gemacht haben.</li>
<li>Die – &#252;berwiegend zu Recht – kritisierten Steuersparprodukte der 90er Jahre waren ein direkter Ausfluss staatlicher Steuergesetzgebung.</li>
<li>Riester-Produkte, die nach strikten staatlichen Vorgaben gestrickt sind, wurden zu Recht immer wieder wegen hoher Kosten, niedriger Rendite und mangelnder Transparenz kritisiert.</li>
</ul>
<p>Also: Zeichen daf&#252;r, dass der Staat besonders klug w&#228;re, wenn es um die Themen Finanzen und Geldanlage geht, sind beim besten Willen nicht zu erkennen.</p>
<p>Nat&#252;rlich k&#246;nnen und sollen auch die Mitarbeiter der „Stiftung Warentest“ ihre Meinung zu Finanzprodukten sagen. Aber in der Vergangenheit kam die fachlich fundierteste Kritik nicht von dieser Seite, sondern von unabh&#228;ngigen Journalisten und Analysten. Ich erinnere hier nur an Stefan Loipfinger, den viele in der Fondsbranche nicht mochten, dem man jedoch zugestehen muss, dass viele der aktuellen Entwicklungen (z. B. bei offenen Immobilienfonds oder auch bei geschlossenen Fonds mit w&#228;hrungsinkongruenter Finanzierung) seine Kritik im Nachhinein best&#228;tigt haben. Nat&#252;rlich: Auch Journalisten und Analysten k&#246;nnen sich irren und irren sich auch. Aber da jeder das wei&#223;, relativiert sich deren Urteil damit auch.</p>
<p>Die „Stiftung Warentest“ genie&#223;t jedoch gerade wegen ihrer staatlichen Finanzierung ein Ma&#223; an Vertrauen, das ihrem Urteil in den Augen der staatsgl&#228;ubigen Deutschen ein ganz anderes Gewicht gibt. Aus dieser Perspektive finde ich: Die 1,5 Millionen Euro seien der Stiftung geg&#246;nnt. Anders als die „Rettungspakete“ f&#252;r die s&#252;deurop&#228;ischen Schuldenstaaten werden sie uns Steuerzahler nicht arm machen. Man sollte es aber dabei belassen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/der-staat-als-finanzanlagen-besserwisser/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Gauck im antikapitalistischen Gesinnungstest</title>
		<link>http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/gauck-im-antikapitalistischen-gesinnungstest/</link>
		<comments>http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/gauck-im-antikapitalistischen-gesinnungstest/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 23 Feb 2012 12:44:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jahr 2012]]></category>
		<category><![CDATA[Antikapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespräsident]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Gauck]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftskandidat]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Gerechtigkeit]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/?p=605</guid>
		<description><![CDATA[Kaum wurde Joachim Gauck zum Kandidaten f&#252;r das Amt des Bundespr&#228;sidenten gek&#252;rt, ging ein Aufschrei durch die Republik: Der Chef der Jusos ebenso Gr&#252;nen-Linksau&#223;en Christian Str&#246;bele, Gregor Gysi oder CDU/Attac-Aktivist Heiner Gei&#223;ler warfen ihm vor, ihm mangele es an „sozialer Gerechtigkeit“.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kaum wurde Joachim Gauck zum Kandidaten f&#252;r das Amt des Bundespr&#228;sidenten gek&#252;rt, ging ein Aufschrei durch die Republik: Der Chef der Jusos ebenso wie Gr&#252;nen-Linksau&#223;en Christian Str&#246;bele, Gregor Gysi oder CDU/Attac-Aktivist Heiner Gei&#223;ler warfen ihm vor, ihm mangele es an „sozialer Gerechtigkeit“.</p>
<p>Was den Kritikern nicht passt, ist die Tatsache, dass Gauck die Freiheit als obersten Wert hervorkehrt – und nicht die Gleichheit oder die „soziale Gerechtigkeit“. Nach Meinung von Antikapitalisten wie Heiner Gei&#223;ler und Gregor Gysi ist die Freiheit ohne „sozialer Gerechtigkeit“ nichts wert. Sie fordern Gauck nun auf, sein Verh&#228;ltnis zur „sozialen Gerechtigkeit“ zu „kl&#228;ren“.</p>
<p>Was dabei „sozialer Gerechtigkeit“ &#252;berhaupt hei&#223;en soll, bleibt unklar. Ich kann mich hier nur Friedrich August von Hayek anschlie&#223;en, der einmal sagte: „Mehr als zehn Jahre lang habe ich mich intensiv damit befasst, den Sinn des Begriffs ‚soziale Gerechtigkeit’ herauszufinden… ich bin zu dem Schluss gelangt, dass f&#252;r eine Gesellschaft freier Menschen dieses Wort &#252;berhaupt keinen Sinn hat.“</p>
<p>Diejenigen, die meinen, Gauck fehle es am Sinn f&#252;r „soziale Gerechtigkeit“, wollen damit eigentlich nur sagen, dass er den antikapitalistischen Gesinnungstest nicht bestanden habe. So hatte sich Gauck beispielsweise kritisch zu der „Occupy“-Bewegung ge&#228;u&#223;ert und gemeint, die Antikapitalismusdebatte sei „uns&#228;glich albern“. Gauck ist in einem System gro&#223; geworden, in dem der Antikapitalismus die Staatsdoktrin war, und lehnt nach dieser Erfahrung die antikapitalistische Ideologie ab.</p>
<p>Das allerdings ist in den Augen der Kritiker eine unverzeihliche S&#252;nde, denn der Antikapitalismus wird immer mehr zur neuen Staatsreligion. Leider hat diese viele Anh&#228;nger, wie eine aktuelle Umfrage des Allensbacher Institutes belegt. So wurden die Bundesb&#252;rger gefragt: „Pflichten Sie der Aussage zu, der Kapitalismus passe nicht mehr zu der Welt?“ Nur jeder F&#252;nfte (18%) widerspricht dieser Aussage, 48% stimmen zu und 34% haben keine Meinung dazu. 1992, unmittelbar nach dem Zusammenbruch des Sozialismus in der DDR und den anderen Ostblock-Staaten, assoziierten 48% der Deutschen Kapitalismus mit dem Begriff „Freiheit“, heute sind es nur noch 27%. Inzwischen ist es so weit gekommen, dass jemand wie Gauck, der den Begriff „Freiheit“ in den Mittelpunkt stellt, sich damit bereits verd&#228;chtig macht. 77% der Bundesb&#252;rger verbinden den Begriff „Kapitalismus“ mit „Ausbeutung“ – Erich Honecker w&#228;re hoch zufrieden.</p>
<p>Ich hoffe, dass Joachim Gauck nicht der Versuchung erliegt, sich als Pr&#228;sident dem antikapitalistischen Zeitgeist anzupassen – und ich glaube auch nicht, dass er es tun wird, weil er ein eigenst&#228;ndiger Kopf ist, der auch den Mut hat, sich gegen Mehrheitsmeinungen zu stellen.</p>
<p>SPD und Gr&#252;ne, die ihn urspr&#252;nglich als Pr&#228;sidentschaftskandidaten vorschlugen, werden sich noch viel &#252;ber ihn &#228;rgern. Sie hatten Gauck vor zwei Jahren ja vor allem deshalb vorgeschlagen, um die CDU und die FDP damit zu &#228;rgern und &#246;ffentlich Zustimmung zu bekommen. Seinerzeit hatten sie aufgrund der Mehrheitsverh&#228;ltnisse in der Bundesversammlung gar nicht damit gerechnet, dass Gauck wirklich Bundespr&#228;sident werden w&#252;rde, nach dem R&#252;cktritt von Wulff konnten sie dann nat&#252;rlich nicht mehr sagen, man habe es sich nunmehr anders &#252;berlegt. Jetzt wird Gauck tats&#228;chlich Pr&#228;sident – &#252;brigens dank der FDP, die damit ihre erste gute Aktion in dieser Legislaturperiode gebracht hat.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/gauck-im-antikapitalistischen-gesinnungstest/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>„Asset-Manager mit Strukturierungskompetenz“</title>
		<link>http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/asset-manager-mit-strukturierungskompetenz/</link>
		<comments>http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/asset-manager-mit-strukturierungskompetenz/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 13 Feb 2012 15:17:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jahr 2012]]></category>
		<category><![CDATA[Branchenzahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Fonds]]></category>
		<category><![CDATA[geschlossene Fonds]]></category>
		<category><![CDATA[Regulierung]]></category>
		<category><![CDATA[VGF]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/?p=592</guid>
		<description><![CDATA[Eric Romba vom VGF sieht die Emissionsh&#228;user im Wandel zu „Asset-Managern mit Strukturierungskompetenz“. Betont wurde auf der VGF-Tagung besonders die Bedeutung des institutionellen Gesch&#228;ftes, das f&#252;r das Jahr 2011 auf 1,04 Mrd. Euro beziffert wird. Ist es den Initiatoren geschlossener Fonds inzwischen gelungen, in das institutionelle Gesch&#228;ft einzusteigen?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eric Romba vom VGF sieht die Emissionsh&#228;user im Wandel zu „Asset-Managern mit Strukturierungskompetenz“. Betont wurde auf der VGF-Tagung besonders die Bedeutung des institutionellen Gesch&#228;ftes, das f&#252;r das Jahr 2011 auf 1,04 Mrd. Euro beziffert wird. Ist es den Initiatoren geschlossener Fonds inzwischen gelungen, in das institutionelle Gesch&#228;ft einzusteigen?</p>
<p>Die VGF-Zahlen liefern eigentlich eher Belege, die Zweifel daran aufkommen lassen. Denn laut VGF-Statistik wurde rund eine Milliarde Euro im institutionellen Gesch&#228;ft platziert, die zu rund 80% von drei H&#228;usern stammen, die traditionell ohnehin in diesem Bereich zu Hause sind (KGAL, CFB, HIH). Allerdings ist auch diese Zahl interpretationsbed&#252;rftig. Unternehmen wie beispielsweise Jamestown, Real I.S. oder die Hahn-Gruppe, die im vergangenen Jahr zusammen mehr als eine Milliarde bei institutionellen Investoren platziert haben, gingen nur deshalb nicht in diese Statistik ein, weil darin nur KG-Modelle ber&#252;cksichtigt wurden. Immobilien-Spezialfonds nach dem Investmentgesetz, Luxemburger Vehikel – wie FCPs oder SICAVs – oder ein offener Fonds, wie ihn Jamestown in den USA aufgelegt hat, wurden in der Statistik nicht erfasst. Das hei&#223;t:</p>
<ul>
<li>Die Kompetenz einiger H&#228;user im institutionellen Gesch&#228;ft ist sogar deutlich h&#246;her, als es die Statistik verr&#228;t.</li>
<li>Andererseits kann man die Zahl der Initiatoren, die hier einen wirklich relevanten Umsatz get&#228;tigt haben, an zwei H&#228;nden abz&#228;hlen.</li>
</ul>
<p>Der weit &#252;berwiegenden Mehrheit der Initiatoren ist es nicht gelungen, im institutionellen Gesch&#228;ft Fu&#223; zu fassen – und wird es meiner Meinung nach auch nicht gelingen. Denn die vom VGF zu Recht betonte Asset-Kompetenz ist eben nur bei wenigen H&#228;usern vorhanden. Institutionelle Investoren warten nicht auf Initiatoren geschlossener Fonds.</p>
<p>Umgekehrt gilt: Wer in einem bestimmten Asset-Segment einen guten Trackrecord und eine hohe Kompetenz hat – so wie etwa Jamestown bei US-Immobilien oder Hahn im Segment des gro&#223;fl&#228;chigen Einzelhandels – dem gelingt dann auch der Sprung in die Liga der Institutionellen. Diejenigen, die dort erfolgreich waren, haben entweder einen Bankenhintergrund (KGAL, CFB, HIH, DWS, LHI) oder eine Spezialkompetenz in einem ganz bestimmten Marktsegment.</p>
<p>Wenn man vom Gesch&#228;ft au&#223;erhalb des klassischen Gesch&#228;ftes mit Publikumsfonds spricht, wo sind die gr&#246;&#223;ten Chancen? Bei deutschen Institutionellen sehe ich einen extrem gro&#223;en Verdr&#228;ngungswettbewerb. Schon heute gibt es 31 Kapitalanlagegesellschaften, die Immobilien-Spezialfonds auflegen. Bis zu zehn weitere befinden sich bei der BaFin in der Warteschleife. Dabei ist das Mittelaufkommen f&#252;r Immobilien-Spezialfonds in den vergangenen Jahren eher gesunken als gestiegen. Erfolgversprechender ist es, wenn Initiatoren mit Asset-Kompetenz den Weg zu ausl&#228;ndischen Institutionellen suchen. Diese suchen derzeit h&#228;nderingend nach deutschen Immobilien. Den meisten Initiatoren fehlt jedoch der vertriebliche Zugang zu diesen Investoren. Daneben ist jene Gruppe von Investoren besonders interessant, die sich zwischen den Retail-Investoren und den Institutionellen bewegen, jedoch n&#228;her bei den Institutionellen liegen, n&#228;mlich Family Offices und verm&#246;gende Privatpersonen. Wir haben bereits mehrere sehr erfolgreiche Veranstaltungen mit Vertretern dieser Gruppe durchgef&#252;hrt (die n&#228;chste findet am 28.M&#228;rz statt, Programm anfordern unter info@immobilienrunde.de), und hier zeigte sich, dass insbesondere das Interesse an Immobilienprodukten bei den Familiy Offices extrem hoch ist.</p>
<p>Was zeigen die VGF-Zahlen noch? Viele Initiatoren, die vor einigen Jahren noch eine gro&#223;e Rolle spielten, sind komplett vom Markt verschwunden. Die Banktochter Macquarie etwa, die mit ihrem Infrastrukturfonds im Jahr 2006 fast 700 Mio. Euro platzierte, hat 2011 0,0 EK platziert. Ideenkapital platzierte 2007 noch 317 Mio. Euro, hat das Neugesch&#228;ft aber inzwischen komplett eingestellt, ebenso wie die HGA Capital, die im Durchschnitt der Jahre 2004 bis 2008 immerhin 110 Mio. Euro EK eingesammelt hatte.</p>
<p>Misst man die durchschnittlichen Platzierungsergebnisse (auf Basis der Feri-Zahlen) der Jahre 2004-2008 an dem 2011 platzierten EK, dann verzeichneten viele einst f&#252;hrende Initiatoren einen massiven R&#252;ckgang zwischen 70 und fast 100 Prozent (Lloyd, HCI, MPC, W&#246;lbern, DCM, Dr. Peters). Schaut man genauer auf den Bereich der Immobilienfonds, dann ergibt sich ein &#228;hnliches Bild. Unternehmen wie DCM oder SHB, die einstmals zu den Marktf&#252;hrern bei den geschlossenen Deutschland-Immobilienfonds geh&#246;rten, haben nichts mehr oder nur noch sehr wenig platziert. Bei einigen Initiatoren, die 2011 nicht oder kaum am Markt vertreten waren (IVG, US-Treuhand, Sachsenfonds) ist dies sicher nur vor&#252;bergehender Natur, diese werden weiterhin eine Rolle spielen. Andere sind dagegen dauerhaft vom Markt verschwunden, weil sie sich durch Flops wie Dubai-Fonds oder Riesenradfonds diskreditiert haben (DBM, ACI).</p>
<p>Zu den Siegern geh&#246;rten diesmal die geschlossenen Deutschland-Immobilienfonds, die – im Vergleich zum Jahr 2008 – das platzierte EK mehr als verdoppeln konnten. Ist damit ein langfristiger Trend gebrochen? Haben die Auslandsfonds dauerhaft an Bedeutung verloren? Das glaube ich nicht. Erinnern wir uns: Der Marktanteil der Deutschland-Immobilienfonds am Gesamtmarkt der geschlossenen Immobilienfonds ging laut Feri von 1994 bis 2007 kontinuierlich zur&#252;ck, und zwar von 97,9% (1994) auf einen Tiefstand von 28,2% im Vor-Lehrmann-Jahr 2007. Erst danach stieg er an, und zwar vor allem wegen der Verunsicherung der Anleger &#252;ber die Situation am US-Immobilienmarkt und der Flucht in das als sicher geltende Heimatland Deutschland. 2011 betrug der Marktanteil der Deutschland-Immobilienfonds bei den geschlossenen Immobilienfonds 73,8% (VGF). Was manchmal vergessen wird: Es ist erst zehn Jahre her, dass mit US-Immobilienfonds sogar mehr EK platziert wurde als mit Deutschland-Immobilienfonds (im Jahr 2002 platzierten US-Fonds laut Feri 2,07 Mrd. Euro, Deutschlandfonds 1,98 Mrd. Euro). Wenn sich die Lage in den USA stabilisieren sollte und sich die Euro-Krise zuspitzt, k&#246;nnten US-Immobilienfonds wieder ein Comeback erleben. Immerhin legten geschlossene Auslandsimmobilienfonds in diesem Jahr wieder um 10% zu.</p>
<p>Bei Schiffsbeteiligungen bin ich dagegen skeptisch. Denn anders als bei US-Fonds, mit denen Anleger ganz &#252;berwiegend gute oder sogar sehr gute Erfahrungen sammelten, haben viele Anleger mit Schiffsfonds eine Menge Geld verloren. Der Imageverlust ist &#228;hnlich hoch wie er einstmals bei Ostimmobilien-Fonds war, die wegen der negativen Erfahrungen der Anleger im Grunde bis heute tot sind. Auch bei den Schiffsfonds wird es bestenfalls f&#252;nf Jahre dauern, bis die Wunden langsam verheilen und man mit guten Argumenten bei den Anlegern wieder Geh&#246;r findet.</p>
<p>Was erwarte ich sonst f&#252;r den Markt der geschlossenen Fonds?</p>
<ol>
<li>Es ist die Zeit der Innovationen. Clevere Initiatoren arbeiten bereits an Alternativen zum KG-Modell, so etwa an Asset-Bonds (Doric) oder an Fonds in der H&#252;lle einer Lebensversicherung (Voigt &amp; Collegen). Jamestown hat die wohl bedeutendste Innovation erreicht und es durch eine spezifische Verkn&#252;pfung des institutionellen Gesch&#228;fts mit dem Retailgesch&#228;ft erreicht, zwei zentrale Probleme der Branche (EK-Zwischenfinanzierung, Platzierungsrisiko) f&#252;r sich zu l&#246;sen. Initiatoren wie Hamburg Trust arbeiten an innovativen Verg&#252;tungsmodellen, die eine st&#228;rkere Interessenkongruenz zwischen Anlegern und Initiatoren bringen – eine wichtige Voraussetzung, um wieder neues Vertrauen zu gewinnen.</li>
<li>Viele kleinere Initiatoren haben sich immer noch nicht auf die AIFM eingestellt und untersch&#228;tzen dieses Thema nach wie vor. Sie werden entweder – soweit m&#246;glich – bestimmte Funktionen auslagern oder vom Markt verschwinden. Wem es beispielsweise nicht gelingt, die von der AIFM geforderten Risikomanagementsysteme zu etablieren, der wird einfach „wegreguliert“ werden. Unsere Veranstaltung zum Thema „Risikomanagementsysteme f&#252;r Immobilienfonds“ am 18.4. wird zeigen, dass das Thema einerseits komplexer ist, als viele es sich vorstellen, es andererseits jedoch durchaus L&#246;sungen gibt (Programm der Veranstaltung anfordern: info@immobilienrunde.de).</li>
<li>Jene Initiatoren, die wirklich &#252;ber eine Asset-Kompetenz verf&#252;gen, werden sich zunehmend den Bereich der Familiy Offices sowie der verm&#246;genden Privatpersonen erschlie&#223;en. Allerdings stehen sie vor der eminent wichtigen Positionierungs- und Kommunikationsaufgabe, sich gerade NICHT mehr als „Initiatoren geschlossener Fonds“ darzustellen, sondern – hier hat Eric Romba absolut Recht – als „Asset-Manager mit Strukturierungskompetenz“.</li>
</ol>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.zitelmanns-finanzkolumnen.de/asset-manager-mit-strukturierungskompetenz/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

