Soros – ein linker Milliardär, der an Philofiskulitis leidet und selbst mit den Steuern trickst

Erschienen am 7. Mai 2015

Wasser predigen und Wein trinken – das ist das Motto von so manchem steinreichen Antikapitalisten. Die FAZ und das HANDELSBLATT berichten am 5.5. über drohende Steuernachzahlungen für George Soros, dessen Privatvermögen auf 30 Mrd. USD geschätzt wird. Der Investor solle ein Schlupfloch im amerikanischen Steuerrecht genutzt haben, indem er Steuerzahlungen auf Gebühren von seinen Fondskunden verzögert und das Geld stattdessen in seine Fonds investiert habe. Diese Praxis sei jahrelang legal gewesen. Allerdings habe der US-Kongress das Steuerschlupfloch 2008 geschlossen. Nach Schätzungen habe Soros durch diese Praxis Steuerzahlungen von 13,3 Mrd. USD einbehalten, von denen er möglicherweise 6,7 Mrd. USD bis 2017 zurückzahlen müsse. Zudem habe Soros offenbar versucht, der Besteuerung in Amerika durch eine Registrierung des Fonds in Irland auszuweichen. Mittlerweile sei der Fonds auf die Cayman Islands umgezogen.

Soros gehört zu den reichen Menschen, die sich darin gefallen, linke Thesen zu vertreten und Antikapitalismus zu predigen. Mit großen Beträgen unterstützte er linke Gruppen in den USA in ihrem Kampf gegen die Republikaner. Und immer wieder forderte er in zahlreichen Interviews, Aufsätzen und Buchpublikationen, die Reichen sollten sehr viel mehr Steuern zahlen. Er ist nicht der einzige Milliardär, der das fordert. Auch Warren Buffett tritt für höhere Steuern ein.

Bei Soros ist der psychologische Hintergrund offensichtlich. Soros wollte eigentlich gar kein Investor werden, sondern Philosoph. In der Welt der Intellektuellen fühlte er sich wohler als in der Finanzwelt. Sein Jugendtraum, so schreibt sein Biograf Robert Slater, war es, der Welt wichtige Erkenntnisse zu vermitteln, „so wie Freud und Einstein“.

Soros schrieb dann auch Bücher über Philosophie und Wirtschaftstheorie, doch er fand damit keine Anerkennung. Wahrscheinlich hätte niemand seine Bücher gelesen, wenn er nicht durch seine Investments so reich geworden wäre. Soros bezeichnet sich selbst übrigens als „gescheiterten Philosoph“.

Dass er Antikapitalismus predigt, obwohl er selbst Milliardär ist, hängt damit zusammen, dass ihm die Anerkennung der Intellektuellen so ungeheuer wichtig ist. Durch seine Theorien und Bücher konnte er diese Anerkennung nicht finden. Und als Milliardär hat man es sowieso verdammt schwer, von den linken Intellektuellen gemocht zu werden. Aber derjenige, der weit links steht und Antikapitalismus predigt, kann auch trotz seines Reichtums eine gewisse Anerkennung bei den überwiegend antikapitalistisch gesinnten Intellektuellen finden. Die richtige (also linke) Gesinnung kann manches andere ausgleichen, so auch mangelnde intellektuelle Brillanz oder ein zu großes Vermögen…

Leute wie Soros leiden offenbar, so dachte ich bisher, unter der sehr seltenen Krankheit der Philofiskulitis. Menschen, die von dieser seltenen Krankheit befallen sind, leiden immens darunter, dass sie zu wenig Steuern zahlen. Statt jedoch einfach einen Scheck von einigen Millionen oder Milliarden ans Finanzamt zu schicken, fordern sie lautstark: „Bitte, bitte besteuert uns Reiche stärker“. Eigenartigerweise hindert sie das nicht daran, gleichzeitig dem Staat Steuern in Milliardenhöhe vorzuenthalten, wie der Fall Soros‘ jetzt zeigt. Offenbar ist die Philofiskulitis eine sehr komplizierte Krankheit. Vielleicht kann sie bei Soros durch die zu erwartende Steuernachzahlung in Höhe von 6,7 Mrd. Dollar geheilt werden. Obamacare nennt man das…

Dr. Rainer Zitelmann

Über den Autor

Rainer Zitelmann ist einer der führenden Immobilienexperten und -netzwerker in Deutschland.