Grunderwerbsteuer-Abzocke ohne Limit

Erschienen am 3. November 2014

Als ich 1996 meine erste Immobilie kaufte, lag die Grunderwerbsteuer bei 2%. Kurz darauf wurde sie auf 3,5% erhöht. Mit der Föderalismusreform, die die Grunderwerbsteuer zur Ländersache machte, wurde ein Wettlauf zwischen den Ländern um die höchste Grunderwerbsteuer entfesselt. Ich hatte schon damals gewarnt, niemand solle glauben, dass mit 4,5% das Ende der Fahnenstange erreicht sei. Und ich wiederhole jetzt: Niemand sollte glauben, dass mit 6,5% die Gier des Staates befriedigt sei. Wir werden erleben, wie die Grunderwerbsteuer in Deutschland auf 10% und mehr steigt.

Die Steuereinnahmen des Staates sind derzeit so hoch wie noch nie in der deutschen Geschichte! Und trotzdem kann der Staat nicht genug kriegen. Es mischen sich staatliche Raffgier und ideologisch motivierter Neid gegen Immobilieneigentümer. Nach dem sozialistischen Weltbild von SPD, Grünen und Linken – dem leider aber auch manche in der Union anhängen – soll Eigentumsbildung nicht gefördert, sondern verhindert werden. Denn Mieter wählen nun mal häufiger brav links, besonders dann, wenn man sie mit vermeintlichen Geschenken wie der sogenannten „Mietpreisbremse“ beglückt.

Dr. Rainer Zitelmann

Über den Autor

Rainer Zitelmann ist einer der führenden Immobilienexperten und -netzwerker in Deutschland.