Berliner Wohnimmobilien & Gold

Erschienen am 14. Juni 2010

Selbst demjenigen, der die IMMOBILIEN NEWS nur sporadisch und oberflächlich liest, wird nicht entgangen sein, dass ich seit vielen Jahren in meinen Kommentaren vehement für Berliner Wohnimmobilien und für Gold plädiert habe. Beide Empfehlungen sind zunächst auf viel Unverständnis gestoßen.

Für Gold hatte ich plädiert, weil ich eine Finanzkrise erwartete und der Meinung war, dass Gold die ultimative „Fluchtwährung“ sein werde. Der Goldpreis, der bei meinen ersten Empfehlungen zwischen 10.000 und 12.000 Euro/kg notierte, hat kürzlich den Wert von 33.000 Euro/kg überschritten.

Gegen ein Investment in Berliner Wohnimmobilien wurde mir entgegengehalten, erstens seien mit Wohnungen ohnehin nur sehr bescheidene Renditen zu erzielen und zweitens solle man schon gar nicht an einem Standort kaufen, der eine so geringe wirtschaftliche Dynamik aufweise wie die Hauptstadt mit ihrem hohen Anteil an Arbeitslosen und Hartz IV-Empfängern. Berliner Wohnimmobilien würden sich garantiert als schlechtes Investment erweisen.

Ich hatte argumentiert: Alle negative Nachrichten über Berlin sind in den Preisen längst eskomptiert. Die günstigeren Preise, die höhere Mietrendite, die aufgrund stark rückläufiger Leerstände zu erwartenden Mietsteigerungen und das sich allein schon daraus ergebende Wertsteigerungspotenzial sprächen jedoch für Berlin.

Die IPD-Zahlen belegen nun:

  1. Wer auf deutsche Wohnimmobilien gesetzt hat, erzielte im vergangenen Jahrzehnt eine um mehr als 50% höhere Rendite als derjenige, der auf deutsche Büroimmobilien setzte.
  2. Der Total Return für Berliner Wohnungen lag im vergangenen Jahr mehr als 70% über dem durchschnittlichen Total Return für deutsche Wohnimmobilien.

Und was nun? Kann man weiterhin Zinshäuser in Berlin kaufen? Ja, aber es ist wieder schwieriger geworden. Ich selbst habe in den Jahren 2005 bis 2008 nichts gekauft, weil ich die Preise zu teuer fand. Anfang 2009 sind die Preise dann etwas zurückgegangen, steigen seitdem jedoch schon wieder. Der Grund: Das Angebot ist sehr rar. Es gibt zu wenige Verkäufer und zu viele Käufer. Während die Geldumsätze am Berliner Markt für Gewerbeimmobilien im vergangenen Jahr um 40% zurückgingen, sind sie am Markt für Mietshäuser um 27% gestiegen! An Stelle der angelsächsischen und skandinavischen Investoren, die 2005 bis 2008 die Preise in die Höhe getrieben haben, sind nunmehr deutsche Privatanleger getreten.

Dennoch gibt es in Berlin nach wie vor Chancen, jedoch nur in den seltensten Fällen für denjenigen, der aufgrund seiner Anlagerichtlinien nur 2-3% Provision an Makler zahlen darf. Das trifft für viele Fonds zu. Glauben Sie im Ernst, dass ein Makler, der 5% oder sogar 7% Provision in Berlin erzielen kann, jemandem ein Zinshaus zu einem vernünftigen Preis anbieten wird, der nur die Hälfte davon zu zahlen bereit ist?

Welche Investments kommen heute neben Berliner Wohnungen in Frage? Sie sollten sich auch mit Städten befassen, für die sich niemand interessiert und bei denen jeder mit einem müden Lächeln abwinkt. Ich finde beispielsweise Restanten aus der Wohnungsprivatisierung in Bremen interessant. Da viele Anleger weder Restanten noch Bremen mögen (in beiden Fällen handelt es sich um ähnlich dumme Vorurteile wie seinerzeit gegen Berlin & Gold), kann man hier attraktive Renditen erzielen.

Dr. Rainer Zitelmann

Über den Autor

Rainer Zitelmann ist einer der führenden Immobilienexperten und -netzwerker in Deutschland.

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