Maredo und Vapiano: Corona-Opfer??

Erschienen am 24. März 2020

In den Medien wird gemeldet: „Die Corona-Krise fordert bereits ihr zweites prominentes Opfer in der deutschen Gastronomie. Nach der Restaurant-Kette Vapiano hat auch der Steakhouse-Betreiber Maredo einen Insolvenzantrag gestellt. Das sei ’aufgrund der Auswirkungen der Corona-Krise und der stark zurückgegangenen Umsätze unausweichlich’ gewesen, teilte die Kanzlei Noerr mit, die Maredo in dem Insolvenzverfahren berät.“

Dass Maredo oder Vapiano Opfer der Corona-Krise sind, ist freilich ein Märchen. In Wahrheit waren beide Unternehmen längst massiv in der Schieflage, wie jeder Leser des Wirtschaftsteils wissen konnte. Vielleicht hoffen die Unternehmen, wenn sie die „Gunst der Stunde“ nutzen und Corona als Grund angeben, könnten sie auch auf umfangreiche Staatshilfen hoffen. Wirtschaftsminister Altmaier und Finanzminister Scholz haben ja signalisiert, dass Geld im Überfluss da sei und praktisch unbegrenzt bereit stehe.

Ich finde: Lasst Maredo und Vapiano pleite gehen. Auf keinen Fall Steuermittel für solche Unternehmen verschwenden. Krisen haben eine reinigende Wirkung, weil Unternehmen aus dem Markt ausscheiden, die nicht vernünftig gewirtschaftet haben.

Klar tun mir die Mitarbeiter der Unternehmen leid und ich werde Maredo vermissen. Ich habe seit Jahren fast jeden Mittag meinen Salat bei Maredo geholt und das Essen und den Service sehr geschätzt. Nachdem zwei Restaurants, wo ich immer war, schon vor Monaten geschlossen hatten, war noch eines in meiner Nähe verblieben. Die Mitarbeiter waren immer sehr aufmerksam und hatten stets ein nettes Wort, und ich denke nicht nur deshalb, weil ich mehr Trinkgeld gebe als andere Gäste. Ich bin sicher, sobald die Krise vorüber ist, werden sie in anderen Restaurants eine bessere Arbeit finden.

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Dr. Rainer Zitelmann

Über den Autor

Rainer Zitelmann ist einer der führenden Immobilienexperten und -netzwerker in Deutschland.